7.3 Kleine Geschichte des Studienganges „Technische Redaktion“
- Im Mai 1987 habe ich meinen Kollegen Menges (FB 4) und Skudelny (FB 6) den Gedanken vorgestellt, einen Studiengang „Technischer Redakteur“ an der RWTH Aachen einzurichten. Der Vorschlag resultierte damals aus einem Drittmittel-Projekt zur „Transferoptimierung technisch-wissenschaftlicher Ergebnisse in die betriebliche Praxis“, das ich gemeinsam mit Herrn Kollegen Menges (IKV) durchgeführt hatte. Beide Kollegen begrüßten das Projekt nachhaltig und stellten die Idee der Einrichtung eines solchen Studienganges in den beiden Fakultäten Maschinenbau und Elektrotechnik vor.
- Zur Vorbereitung des Vorhabens habe ich 1987 mit den Kollegen Bald, Baum und Klauer in der Philosophischen Fakultät eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die das Konzept eines Zusatzstudienganges „Kommunikation in Industrie und Wirtschaft (KIWI)“ entwickelte und in der Fakultät vorstellte. Die Fakultät stimmte dann meinem Antrag zu, eine entsprechende Voranfrage bezüglich einer möglichen Einrichtung des Studienganges an das Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW zu richten.
- Die Voranfrage wurde vom Ministerium mit Erlass vom 12.09.1988 „unter strukturellen Gesichtspunkten“ befürwortet. In seinem Kommentarschreiben zu diesem Erlass an den damaligen Dekan, Herrn Kollegen Siepmann, schlug der Rektor die Erarbeitung einzelner Studienbausteine durch entsprechend zu beteiligende Fächer der Philosophischen Fakultät vor.
- Zur Entwicklung eines Studienbausteins „Technischer Redakteur“ habe ich – um das Vorhaben wissenschaftlich zu fundieren – gemeinsam mit Herrn Kollegen Michaeli (IKV) ein Drittmittel-Projektkonzept für einen solchen Studienbaustein entwickelt. 1989 haben dann die beiden Projektentwickler im Rahmen des „Förderprogramms Montanregionen“ auf der Grundlage des Konzeptes gemeinsam einen Antrag zur Finanzierung eines Forschungsvorhabens „Vorarbeiten zu einem Ausbildungs-Baustein Technischer Redakteur“ an das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gestellt. Der Antrag wurde in einem Finanzierungsumfang von DM 150.000.- bewilligt, so dass das Projekt in den Jahren 1989 und 1990 durchgeführt werden konnte. [Siehe: 15.8.1989: Mittagsmagazin des WDR: Beitrag zum Thema „Technischer Redakteur“]
- Im Januar 1991 haben wir den Drittmittelgebern den Ergebnisbericht des Projektes vorgelegt, in dem auf der Basis einer Analyse entsprechender Studienangebote zum „technical writing“ in den USA und einer Bedarfsumfrage bei 300 mittelständigen Unternehmen in der Region Aachen der Grundriss eines Ausbildungsbausteines „Technischer Redakteur“ vorgestellt wurde.
- Das im Rahmen des Förderprogramms „Montanregionen“ finanzierte TR-Projekt wurde 1992 vom „Institut für Europäische Wirtschaftsförderung der Bergischen Universität-Gesamthochschule Wuppertal“ evaluiert und außerordentlich positiv bewertet. In der Evaluation heißt es: Das Projekt „leistet mit der Erarbeitung einer Konzeption für einen entsprechenden neuen Studiengang einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und Verbesserung des zukunftsorientierten Studienangebotes der Hochschule (...). Hoch zu bewerten ist insbesondere die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Unternehmen (...) in der Region Aachen. Die Umsetzung der Konzeption und die Realisierung des Studienganges läßt erwarten, dass die Zusammenarbeit mit der Industrie in der Region, bedingt u.a. durch die Aufnahme von Praktikanten, intensiviert wird und die Hochschule einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen bzw. zur Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur leisten kann.“
- Am 22.02.1991 schickte ich den Ergebnisbericht des Projektes mit einer Bitte um Stellungnahme an folgende, mir persönlich bekannte Kollegen: (FB 1) Oberschelp, Spaniol, Lübelsmeyer, Paetzold, Stieve; (FB 2) Schöfl; (FB 3) Rouvé, Wittke; (FB 4) Eversheim, Michaeli, Henning, Renz; (FB 5) Hoberg, Kopp, Walter; (FB 6) Ameling, Skudelny, Hempel; (FB 7) Esser, Klauer, Hörning, Hornke, Baum; (FB 8) Zinn, Gocht; (FB 10) Schmid-Schönbein, Greiling und auf dem Dienstweg den Herren Kollegen Habetha als Rektor und Kerner als Prorektor für Lehre sowie Herrn Kollegen Gatzemeier als Dekan der Philosophischen Fakultät.
- Zwischen dem 25.02.1991 und dem 30.06.91 antworteten auf mein Schreiben die Kollegen Michaeli, Hornke, Esser, Skudelny, Schöfl, Gocht, Habetha, Hoberg, Stieve, Henning, Kopp, Eversheim, Paetzold und Gatzemeier. Die Resonanz war, wie ich dem Rektor in meinem Schreiben vom 19.07.1991 mitteilen konnte, außerordentlich positiv. Ich bat den Rektor in diesem Schreiben, das Studiengangprojekt im Rektorat vorstellen zu dürfen. Zugleich übersandte ich den Ergebnisbericht und eine zusammenfassende Würdigung der Kollegen-Resonanz an den Dekan der Philosophischen Fakultät, Herrn Kollegen Gatzemeier, mit der Bitte um Befassung des Fakultätsausschusses für Lehre. Leider kamen sowohl ein Rektoratsgespräch als auch diese Befassung längere Zeit nicht zustande.
- Am 19.12.1992 bat ich deshalb den Dekan der Philosophischen Fakultät (inzwischen Herrn Kollegen Floß) erneut, das Studiengangprojekt zur Beratung an den Ausschuss für Lehre weiterzuleiten. Am 23.06.1993 diskutierte der Ausschuss für Lehre das Vorhaben und beantragte einen entsprechenden Tagesordnungspunkt für die Fachbereichsratssitzung am 07.07.1993. Der Fachbereichsrat beschloss unter TOP 104.12, eine Voranfrage an das Ministerium zu richten und bat mich, eine Arbeitsgruppe zusammenzustellen.
- Da die Einrichtung einer solchen Arbeitsgruppe die Abstimmung mit den Fakultäten 4 und 6 notwendig voraussetzte, bat ich die Kollegen Skudelny und Michaeli, mich bei der Kontaktierung der Dekane des Fachbereichs 4, Krause, und des Fachbereichs 6, Vary, zu unterstützen. Beide Kollegen kündigten deshalb den Dekanen ihrer Fakultäten ein Schreiben von mir an, in dem ich mich am 31.01.1994 mit der Bitte an die Dekane wandte, den Vorschlag zur Einrichtung eines Studienganges. „Technischer Redakteur“ in den Fakultäten zu erörtern und im Falle der Zustimmung einen entsprechenden „letter of intent“ zu verabschieden. Leider ist trotz der Fürsprache der Kollegen Michaeli und Skudelny ein solcher Beschluss zunächst nicht zustande gekommen.
- Am 03.02.95 richtete ich, um das Projekt vielleicht doch noch zu realisieren, ein Schreiben an Herrn Kollegen Floß, der inzwischen Prorektor für Lehre geworden war, mit der Bitte, mich qua Amt bei der Verwirklichung des TR-Projektes zu unterstützen, was nunmehr auch geschah. Am 28. Juni 1995 konnte ich auf Einladung des Prorektors für Lehre im Rektorat unter Teilnahme der Dekane der Fakultäten 4 und 6, Maier und Heime sowie der Kollegen Michaeli und Weck das Konzept des Studienganges vorstellen. Der Gedanke der Einrichtung eines Studienganges TR wurde von den Teilnehmern begrüßt.
- Im Wintersemester 1995/96 begannen die konkreten Planungen in den beteiligten Fakultäten, die am 05.08.1996 zu einer Voranfrage an das Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW führten. Da das MWF am 19.09.96 Bedenken äußerte, wurde nach einer weiteren Besprechung im Rektorat (15.10.96) und erneuten Überlegungen in den Fakultäten am 24.04.97 dem Ministerium ein überarbeitetes Konzept vorgelegt, zu dem das MWF aber weiterhin Gesprächsbedarf mit der Hochschule sah. Am 07.08.97 fand dann ein letztes Gespräch in Düsseldorf statt, bei dem eine Delegation der Hochschule, der ich angehörte, alle Bedenken des MWF ausräumen konnte.
- Am 19. Dezember 1997 teilte mir Rektor Walter zur beabsichtigen Einführung des Studienganges TR folgendes mit: „Das Rektorat begrüßt nachdrücklich das Konzept und strebt eine zügige Weiterleitung des Antrags an das Ministerium für Wissenschaft und Forschung an.“
- Am 27.01.1998 stimmte die Senatskommission für Lehre, Studium und Studienreform dem Antrag „auf Einführung des grundständigen Magisterstudienganges „Technische Redaktion“ zu, der dann in der letzten Senatssitzung des WS 1997/98 verabschiedet wurde.
- Am 17. Juni 1998 genehmigte das Ministerium unter dem Aktenzeichen III A 2 – 8034/11 -W- „die Einrichtung eines Studienganges „Technische Redaktion“ in den Fakultäten 7 (Philosophische Fakultät federführend) sowie der Fakultät 4 (Maschinenwesen), Fakultät 5 (Bergbau, Hüttenwesen und Geowissenschaften) und Fakultät 6 (Elektrotechnik).“ (L. J. 21.10.2009).
Nach intensiven Gesprächen mit dem NRW-Wissenschaftsministerium und der Hochschule, gelang es mir eine C3-Professur „Textlinguistik“ zur Betreuung des Studienganges einzuwerben, auf die 1999 Frau Prof. Eva Maria Jakobs berufen wurde, die als Koordinatorin des Studienganges fungierte.