6.5 Morphomata

Das Internationalen Kolleg „Morphomata. Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen“ an der Universität zu Köln wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative „Freiraum für die Geisteswissenschaften“ in dem neuen Forschungsformat „Käte Hamburger Kolleg“ gefördert. Das Kollegformat ermöglichte es, jährlich bis zu zehn Fellows aus aller Welt einzuladen, um gemeinsam mit ihnen im Rahmen jeweils festgelegter thematischer Vorgaben zu forschen. Das Kolleg wurde initiiert und eingerichtet von dem Klassischen Archäologen Dietrich Boschung und dem Kultur- und Literaturwissenschaftler Günter Blamberger. Der Kollegname Morphomata war abgeleitet von dem griechischen Wort „mór­phôma“ – Form als Ergebnis von Gestaltwerdung oder Gestaltgebung. Mit dem neu eingeführten Konzeptbegriff „Morphom“ verfolgte das Kolleg die Idee, die Konstitution und Tradierung kulturellen Wissens an sinnlich wahrnehmbare Formen, an Texten, Gebilden, Artefakten und Figuren zu untersuchen, in denen sich dieses Wissen konkretisiert und zum Ausdruck bringt.

Als Senior Advisor von Morphomata war ich an der konzeptionellen Arbeit des Kollegs beteiligt, dem ich zuvor als Senior Fellow angehört hatte. Im Rahmen der Kollegarbeit sind mehrere Forschungsbeiträge entstanden.

  • Dietrich Boschung und Ludwig Jäger (Hg.) (2021b): ‚Wort‘ und ‚Stein‘. Differenz und Kohärenz kultureller Ausdrucksformen, Leiden Boston Singapore Paderborn: Wilhelm Fink Verlag Brill.
  • Ludwig Jäger (2021c): ‚Wort‘ und ‚Stein‘. Hegels ägyptisches Tableau‘ und das Problem des Zeichens. In: Boschung/Jäger (2021c), 13-44.
  • Ludwig Jäger (2021d): Erinnerungsfiguren. Bemerkungen zu einigen Problemen der Gedächtnismedialität. In: figurationen - gender literatur kultur, 2. Jg. 2021, Heft 1: Figurationen/Figurations, hg. von Thierry Greub, 63-80.
  • Ludwig Jäger (2020b): Hat Mona Lisa einen Referenten? Zum Problem der Referenz im bildtheoretischen Diskurs. In: Thierry Greub (Hg.): Revisionen des Porträts: Jenseits von Mimesis und Repräsentation. Leiden Boston Singapore Paderborn: Wilhelm Fink Verlag Brill: 215-242.
  • Ludwig Jäger (2018a): Mythologische ‚Portraits‘. Barthes‘ ‚Mythologien‘ und ihre semiologische Reflexion. In: Thierry Greub/Martin Roussel (Hg.): Figurationen des Porträts. Leiden/Boston/Singapore/Paderborn: Brill Wilhelm Fink Verlag, 517–537.
  • Dietrich Boschung/Ludwig Jäger (Hg.) (2014d): Formkonstanz und Bedeutungswandel. Archäologische Fallstudien und medienwissenschaftliche Reflexionen. München: Fink.
  • Dietrich Boschung/Ludwig Jäger (2014e): Vorwort. In: Boschung/Jäger (2014d), 7-12.
  • Ludwig Jäger: ›Statuen-Identität‹ (2014f). Einige zeichentheoretische Überlegungen aus Anlass der ›Mars Ultor‹-Statue. In: Boschung, Jäger 2014d, 187-205.
  • Ludwig Jäger (2011e): Störung und Eigensinn. Die transkriptiven Verfahren der Medien. In: Günter Blamberger/Dietrich Boschung (Hg.): Morphomata. Kulturelle Figurationen: Genese, Dynamik und Medialität, München: Fink 2011, 134-146.